Am falschen Rad gedreht?

Gegen die Stimmen der FDP wurde im Gemeinderat die Projektierung eines Fahrrad-Verleih-Systems mehrheitlich  beschlossen und ausgeschrieben. Die Kosten dafür wurden mit 300.000 Euro veranschlagt. Eigentlich eine gute Idee!? Nicht jedoch, wenn man genauer hinblickt.

 

Hier ein paar Fakten:

  • In Freiburg gibt es bereits Fahrradhändler und Organisationen, die Leihräder anbieten. Sie wurden in den Entscheidungsprozess der Stadt nicht mit einbezogen.
  • Hotels bieten zunehmend Leihräder an.
  • Münster ist die Fahrrad-Stadt Nummer 1 in Deutschland. Sie hat ein öffentliches Fahrrad-Verleih-System abgelehnt, um ansässige Anbieter zu schützen.

Patrick Evers: „Wie in der SZ vom 29.10.2017 zu lesen war, werden derzeit europäische Städte mit Leihrädern aus Fernost regelrecht überflutet und verstopft. Mit einer Subvention von 300.000 Euro lädt man gerade zu dazu ein, dieses Problem in Freiburg selbst zu kreieren und damit die überforderte Infrastruktur noch mehr zu belasten. Freiburg hat jetzt schon mehr Fahrräder als Einwohner. Kaum ein Bürger wird ein Leih-Fahrrad brauchen. Die Räder dienen in erster Linie Touristen. Diese aber werden durch Hotels, der Radstation oder den Fahrradhändlern bereits bedient. Bike-Sharing oder City-Bike Stationen sind sicherlich gute Ideen. Aber nicht jede gute Idee ist in jeder Stadt sinnvoll. Siehe Münster.“

 

Ferner stellt sich auch die Frage ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, ein öffentliches Projekt als Konkurrenz zu niedergelassenen Unternehmen ins Leben zu rufen. Hier wäre es sinnvoller, gemeinsam mit ansässigen Anbietern entsprechende Konzepte zu entwerfen. Die FDP-Stadträte plädieren daher für die Aufhebung der Ausschreibung.

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