Platz des Friedens? Symbolpolitik?

Oft werden reale Probleme auf Symbole reduziert, und Symbole werden auf reale Probleme projiziert. Darin liegt eine Chance und eine Gefährdung für die Kommunalpolitik: Vor Ort kann man über komplexe Themenfelder aufklären und Impulse setzen.

Zur Umbenennung von Straßen: Nach reiflicher Beratung haben die FDP Stadträte für den Erhalt des Ludwig­-Heilmeyer­-Wegs gestimmt. Die jetzt von einer Mehrheit des Rats beschlossene Tilgung ist ein falsches Symbol, die in keiner Weise der internationalen Bedeutung dieses Mannes als einem der wichtigsten Mediziner der Universitätsklinik nach dem 2. Weltkrieg gerecht wird. Und hat auch ein bisschen etwas von „Ablasshandel“. Die Freiburger Uniklinik genießt heute Weltruhm, und diese Welt wird das nicht verstehen.

Auch bietet die Wiederaufstellung des „Siegesdenkmals“ die Chance, dieses kriegslüsterne Kriegerdenkmal in die heutige Zeit der Europäischen Freundschaft einzubinden. Also nicht beseitigen, wenn es schon auf diesem zentralen Platz Freiburgs wieder steht, sondern in neuem Kontext erklären! Deswegen stellen die FDP Stadträte den Antrag, den bisher namenlosen Platz des Siegesdenkmals „Platz des Friedens“ zu nennen. Auch das Thema „Stadtjubiläum“ hilft, die Vorstellungen von sich selbst zu korrigieren. So fordern die FDP­-Stadträte die Einbeziehung nicht nur aller Freiburger in die Planungen des Stadtjubiläums im Jahre 2020. Besonders die Fremdwahrnehmung hilft, sich über unsere eigene Stadt Gedanken zu machen und ein weltweit beachtetes, prächtiges Fest zu feiern.

Ziel ist es, eine lebenswerte, fremdenfreundliche Stadt zu feiern, in der jeder seinen Platz findet. Die Symbole sind dabei Anker und Segel zugleich. Sie ermöglichen ein kritisches Erinnern einerseits und ein konstruktives Vorgehen andererseits.

 

Zurück